ESO

Ich backe mir ein MMORPG (Teil 3: Minigames)

Wenn man mal genug von den üblichen Inhalten von MMORPGs hat, die aus Leveln, Daily-Questen, Dungeon-/Flashpoint und Raid-/Operationbesuchen bestehen, haben findige Spieleentwickler Dinge eingebaut, mit denen man sich meist stressfrei und vor allem alleine beschäftigen kann.
Ich bin ein großer Fan von Minigames, wenn ich nach einem stressigen Tag nicht mehr die nötige Konzentration für's Monsterkloppen oder Rollenspiel aufbringen kann, und trotzdem etwas spielen möchte. Einige Elemente aus bekannten oder bald zu veröffentlichenden Titeln will ich euch hier nicht vorenthalten.

World of Warcraft
So sehr man die inzwischen recht altbackene Grafik und das durchgenudelte Spielprinzip auch verabscheuen mag, ab und an bringen die WoW-Entwickler dann doch noch amüsante neue Ideen mit ein. Das erste Glanzstück wurde schon mit der Erweiterung "Cataclysm" eingebaut - das Spiel Peacebloom vs. Ghul. Die Namensähnlichkeit zu "Plants vs. Zombies" kommt nicht von ungefähr, denn das Spielprinzip ist dasselbe, nur eben in die World-of-Warcraft-Welt passend eingefügt.
Wer sich ab Level 20 in das Vorgebirge des Hügellandes begibt und Brazies Bauernhof südlich des Dalaran-Kraters aufsucht, kann dort eine Questreihe annehmen, bei der man den Bauernhof gegen fiese Ghulhorden verteidigen muss - natürlich mithilfe verschiedener Pflanzensorten, welche die Ghule aufhalten und beseitigen sollen.
Während das Tutorial noch recht simpel daher kommt, steigt der Schwierigkeitsgrad während der Folgequests recht rasant an und man muss seine Verteidigung sorgfältig planen, um gegen die anbrandenden Ghulhorden eine Chance zu haben.
Ein besonders nettes Gimmick gibt es für alle, denen der Sieg gelingt: Das Pet "Singende Sonnenblume" winkt als Belohnung dafür, dass man hier ein bisschen  Zeit und Hirnschmalz investieren muss. Mir hat das Minigame in Questform während meiner WoW-Zeit sehr viel Spaß gemacht, auch wenn ich ein paarmal ziemlich über die Schwierigkeit geflucht habe. Aber die süße Sonnenblume ist die Sache meiner Ansicht nach schon wert ... für einen Pet-Sammler sowieso ;)

Wer vom Alltagsstress ein wenig Abstand gewinnen will, darf seit dem Erscheinen von 'Mists of Pandaria' das geruhsame Leben der Farmer von Azeroth ausprobieren. Jeder Spieler erhält durch das Phasing-System seinen eigenen Ackerboden in der Nähe von Halbhügel und kann darauf verschiedenartige Pflanzen anbauen.
Natürlich kann man damit auch Ruf bei der Fraktion der Ackerbauern und später auch bei Nachbarn steigern, um bessere Samen oder besondere Gegenstände zu erhalten - das Spaßige am System selbst ist für mich allerdings das, was auf dem Acker selbst passieren kann. 

Denn Azeroth ist immer für eine Überraschung gut - einfach so wachsende Pflanzen sind eher die Ausnahme als der Normalfall. Man muss seine zarten Pflänzen gegen Vögel verteidigen, eifrig gießen, wenn sie auszutrocknen drohen, Insekten vernichten und alle Arten von Unkraut ausrupfen oder vernichten. Insgesamt gibt es neben 'wachsend' zehn verschiedene Optionen, was noch geschehen kann. Da kommt auch ein ausgewachsener Orkschamane mal ins Schwitzen, wenn er der Krume mit Waffengewalt Ertrag abtrotzen muss!
Wirklich gute Bauern mit entsprechendem Ruf können sogar Materialien für andere Berufe herstellen und sparen sich mühsame Sammelorgien im Rest der Welt.

Ruf erwirbt man durch die täglichen Quests, die man durch das Anbauen bestimmter Pflanzen auf dem eigenen Acker erwerben kann. Dabei gibt es von Bauer Yoon, der auf dem Acker des Spielers ansprechbar ist, zwei Questen, und von zwei zufällig aus einer Runde von zehn unterschiedlichen Ackerbauern, welche man am Halbhügelmarkt täglich anreffen kann. Zwischen Markt und der eigenen Farm gibt es dann die fünfte tägliche Quest bei Andi - also reichlich Gelegenheit, sich bei der Pflanzenzucht zu verbessern und die Zuneigung der NPC-Nachbarbauern zu gewinnen.
Für eine so vom Krieg geprägte Welt wie Azeroth ist ein eigener Acker eine schöne Abwechslung - und für jemanden wie mich, die schon bei Ultima Online gerne Feldfrüchte angebaut hat, eine tolle Alternative zum Monsterverprügeln. 

Star Wars: The old Republic
Echtes Star-Wars-Feeling ist unweigerlich mit spannenden Raumkämpfen verknüpft - auch als Spieler konnte man von Level 16/17 an, sobald man beim Erreichen eines bestimmten Fortschritts in der persönlichen Storyline ein Raumschiff zur Verfügung gestellt bekommt, dieses Feeling erkunden. Raumkämpfe sind bei SW:ToR schon seit Release möglich und stellen zudem eine gute Möglichkeit dar, recht bequem einige Experience-Punkte zu gewinnen. Dabei dient das Schiff als bequemes Fortbewegungsmittel zwischen den einzelnen Planeten (Questgebieten), die man über eine Navigationskarte der Galaxis ansteuert.
Hierüber kann man aber auch die einzelnen Weltraummissionen anwählen, welche bei der Übersicht extra gekennzeichnet werden.
Im Weltraummissions-Terminal des Schiffes werden die vorhandenen Missionen sowie die täglich absolvierbaren Flottenmissionen, bei denen man zwei Einzelmissionen für Extra-Credits und -Exp annehmen kann. 

Hat man sich für eine bestimmte Mission entschieden, wird einem nach dem Ladescreen knapp das Ziel der Mission vorgestellt, dann geht es auch schon los - je nach Missionsart muss man eine Raumfähre vor feindlichem Beschuss schützen, indem man die Bomber der Gegenseite eliminiert und Geschütze auf Großkampfschiffen vernichtet, oder eine bestimmte Menge gegnerischer Raumschiffe abschießen, oder eine Raumstation sturmreif schießen, und und und. Am rechten oberen Bildschirmrand erscheinen die jeweiligen Ziele der Mission, erreicht man einen Fortschritt, wird das mittig auf dem Bildschirm angezeigt.

Dabei gilt es natürlich, gegnerischen Beschuss zu vermeiden und die passenden Waffen für die jeweiligen Ziele zu nutzen - manche Zielpunkte kann man nur mit Photonentorpedos überhaupt treffen, bei anderen bietet sich das einfache Laserfeuer der Schiffskanonen an, bei anderen helfen Raketen mit Zieloption.
Mit steigendem Levelfortschritt kommen schwerere Missionen hinzu, das eigene Raumschiff kann man durch vom Cybertechniker herstellbare Aufwertungen verbessern - ohne einen Schild und verbesserte Waffen geht bei den fortschrittlicheren Missionen gar nichts. Mit denen bei jeder Mission zudem verdienten Flottenmarken kann man sich praktische Aufrüstungen wie Photonentorpedos erwerben, welche den Kampf deutlich erleichtern. 

Hier sieht man das Schiff des imperialen Agenten mit allen Ausrüstrungsslots in der Übersicht - im Vergleich zu so manch anderem üblen Pott gefällt mir der 'Apple' unter den Raumschiffen natürlich am Besten ;)
Das Raumschiff meines Main-Charakters ist inzwischen voll ausgerüstet (was an den lila Itemumrandungen erkennbar ist) und muss inzwischen so manches aushalten. Gerade die ab Lvl 50 erhältlichen Missionen sind sehr herausfordernd und kosten mich immernoch so manches graue Haar. Für einen entspannenden Abend aber nach wie vor eine gute Wahl.

Elder Scrolls Online
Noch nicht erschienen, aber schon innovativ - zumindest dieses vergleichsweise kleine Game-Element hat es mir bei ESO angetan. Wer in der Spielewelt eine Schatztruhe findet, muss seinem Glück ein wenig auf die Sprünge helfen. Diese Truhen lassen sich nämlich nur mit einem Dietrich öffnen (diese findet man durch eifriges Stöbern in Kisten, Beuteln, Fässern in der Spielewelt), den man natürlich im  Inventar mitführen muss. Clickt man auf die Truhe, erscheint der Bildschirm des Minigames mit einem Querschnitt des Schlosses.

Dabei steuert man mit dem Haken automatisch nach und nach die verschiedenen Schließzylinder an und muss sie mit Mausclick hinunterdrücken. Sitzen sie in der richtigen Höhe, beginnen sie zu wackeln, dann muss man sie mit einem weiteren Mausclick arretieren. Gelingt einem das in der ablaufenden Zeit (der Balken unter dem Schloss), öffnet sich die Truhe und gibt ihren wertvollen Loot frei.
Wer sich dabei ungeschickt anstellt, muss damit rechnen, dass der Dietrich auch einmal abbricht - hat man keinen weiteren dabei, hat man Pech gehabt und die Schatztruhe bleibt, wie sie ist. Im Zweifel reißt sie sich dann ein anderer Spieler unter den Nagel ...

Solche Minigames gibt es meiner Ansicht nach noch viel zu wenig in den gängigen MMO's - manchmal scheint es mir, als kämen die Entwickler gar nicht auf die Idee, dass es noch Spieler gibt, die Abwechslung zu schätzen wissen und auch abseits von Dungeons und Raids Freude am Spiel finden können. Entsprechend mau sieht es dann auch oft aus. Da würde ich mir wirklich wünschen, dass kommende Titel mehr bieten und vorhandene neue Inhalte erhalten!
Was meint ihr? Wem ein nettes Minigame an anderer Stelle aufgefallen ist, kann sich natürlich auch gerne melden :)

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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4 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. Minigames sind Geschmackssache. Mir haben sie es in noch keinem Spiel sonderlich angetan (okay, das Schatzgraben in FF IX, das Chocoborennen in FF VII und Blitzball in FF X sind Ausnahmen. Da konnte ich voll drin aufgehen. Aber schon die beknackten Final-Fantasy-Kartenspiel-Minigames gingen mir in sekundenschnelle auf den Wecker :D ). In WoW solltest Du noch die Petbattles erwähnen. Die machen schon so-lala Spaß. Das Plant-vs-Zombies-Ding in Hillsbrad habe ich angefangen und nach dem Tutorial liegenlassen. Ackerbau bei den Pandaren habe ich bis Maxruf gemacht und dann fallengelassen wie eine (pun intended) heiße Kartoffel.
    Und auch in SWTOR habe ich Space on rails ausprobiert und fast sofort wieder gelassen. Und die Seeker-Droid-Minigames habe ich nach einer halben Stunde eingemottet, das Macrobinocular-Ding gar nicht erst angefangen.
    Das stetige Geschrei im SWTOR-Forum nach Pazaak, Swoopracing und dergleichen ist mir dementsprechend auch recht gleichgültig.

    Ist - wie gesagt - einfach Geschmackssache. In UO habe ich bunte Mustangs gesammelt, das war auch ein Minigame. Sozusagen. :D

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    1. Hmm so eine Schatzsuche-Sache fände ich auch ein tolles Ding, das fand ich schon bei Ultima Online super :D vor allem, wenn man dann mal einen echt dicken Schatz gefunden hat. Einziges Hilfsmittel: Eine mehr als vage Karte und eine Schaufel ... ^^

      Letztendlich sind Minigames vor allem eines: Zeitvertreib. Wenn das für mich gegeben ist und es mich nicht zwingt, dauernd Zeit reinzustecken, weil man sonst irgendwelchen Ruf verliert oder ähnliches, probiere ich vieles aus. ^^ Für mich kann ein MMO eigentlich gar nicht genug solcher Games haben. Und wenn es nicht genug gibt, macht man sich eben welche ..bei WoW war ich ganz üble Pet- und Mount-Sammlerin ...

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  2. Minispiele sind für mich in jedem Game eine willkommene Abwechslung, sofern sie sich gut in den Spielfluss einfügen und nicht überhand nehmen und so zum lästigen Beiwerk werden.

    Alternativ können sie auch gern rein optional sein. :)

    Ich hoffe ja noch immer darauf, dass sie irgendwann mal Pazzak in SWTOR einbauen.

    Es ist übrigens erstaunlich wie zäh sich dort die Schienenlevel im PvE Raumkampf spielen, wenn man zuvor einige Runden Galactic Starfighter gespielt hat.

    LG

    Slive ;)

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    1. Ja, da stimme ich dir zu - es muss schon zum jeweiligen Spiel passen ^^ sonst wirkt das Ganze auch sehr bemüht und wenig stimmig. Wobei ich mich vor Pazzak ein bisschen fürchte, die Regeln sind ja nicht gerade simpel ... :D

      Was Galactic Starfighter angeht: Ich habe so gar kein Pilotentalent, das merke ich bei Starfighter immer wieder - allzu oft knutscht mein Fluggerät einen Berg, einen Satelliten oder sonstwas :D da sind die gemütlicheren Schienenlevel echt erholsam gegen ... ^^

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