Energy Drinks

Der Kick zum Rollenspiel - Energydrinks im Test

Ich bin seit meinen ersten Erfahrungen mit "Red Bull" nicht unbedingt ein großer Fan von Energy Drinks. Das Zeug ist dermaßen pappsüß, dass man es wirklich nur mit Alkohol verdünnt 'runterbekommt, und dann auch nur zu einem Zeitpunkt, wenn man sich schnell den Kopf dicht machen will. Aber es gibt anscheinend viele Leute, die auf verdünnte Gummibärchen stehen, und so explodiert die Energy Drink-Auswahl in den letzten Jahren enorm.

Manchmal braucht man aber eben auch einen Energy-Drink - ich habe mich bei sehr langen Vampire-Live-Wochenenden abends teilweise von dem Zeug ernährt, weil ich an diesen Wochenenden neben zwei Abenden Liverollenspiel noch längere Zugfahrten hinter mich bringen musste. Aber auch beim LARP oder einer Tischrunde kann so ein kleiner Extrakick ganz gut helfen.
Um mal ein paar Alternativen zu meinem Dauerbrenner "Relentless Original" kennen zu lernen, habe ich mich in den letzten Wochen im Selbstversuch durch das hier in den Supermärkten der Umgebung erhältliche Sortiment der drei bekanntesten Marken getestet - und ihr habt jetzt das Vergnügen, euch über meine haarsträubenden Erlebnisse schlapp zu lachen. 

Erste Versuchsreihe waren die Derivate von "Relentless", einer Coca-Cola-Konzerntochter. "Relentless" heißt übersetzt 'unerbittlich' oder 'unbarmherzig' und wirbt in Deutschland mit dem Slogan 'Keine halben Sachen'. Früher gab es Relentless noch mit einem innovativen Verschluss, der die Dose wiederverschließbar machte - echt praktisch bei 0,5l Dosen - aber den haben sie inzwischen leider abgeschafft.
Irgendwann hatte ich auch die zuckerfreie Version getestet, aber mir dazu keine Notizen gemacht, warum, weiß ich nicht mehr - aber das reiche ich dann hier im Artikel noch nach, versprochen.
  • Relentless Origin:
    Das Original, und der Energy Drink, der mich wieder dazu brachte, das Zeug überhaupt zu trinken. Der Geschmack ist ausgesprochen herb-zitronig und kickt mich von 'morgendlicher Halbschlafmodus' sehr gut in Richtung 'hellwach', man sollte es aber wegen des zugegebenermaßen sauren Geschmacks nicht auf nüchternen Magen trinken, wenn man kein Sodbrennen haben will.
  • Relentless Devotion (Berry Juiced):
    Buah. Wenn es irgendeinen NRJ-Drink gibt, der noch süßer und widerlicher schmeckt als  "Red Bull", dann dieser. Der zieht einem selbst eisgekühlt die Schuhe aus und lässt mich mit einem innerlichen Schüttelreiz zurück, der dieses Experiment nicht wiederholen will. Den erhofften Kick habe ich wegen des gruseligen Geschmacks ehrlich gesagt nicht mitbekommen.
  • Relentless Inferno (Orange):
    Um es ganz kurz zu machen: Der Geschmack erinnerte mich erschreckend an Fanta auf Koks. Sehr orangelastig, sehr intensiv, und ziemlich süß. Auch hier würde ich das Zeug, wenn überhaupt, allerhöchstens eiskalt trinken, um einen nachträglichen Zuckerschock zu vermeiden. Wer aber eh den ganzen Tag Fanta trinkt, dürfte mit dem zusätzlichen Kick einen brauchbaren NRJ-Drink bekommen.
  • Relentless Apple & Kiwi:
    Die angenehme Überraschung aus der bisherigen Reihe - ein milder, angenehmer Geschmack, in dem ich sowohl Apfel als auch Kiwi erkennen kann. Nicht zu süß, nicht zu sauer, und in der genau richtigen Menge mit Kohlensäure versetzt. Neben dem Original die Relentless-Sorte, die in meine persönliche Getränkeauswahl mit eingeflossen ist und da sicher lange Zeit bleiben wird.
  • Relentless Lemon Ice:
    Wer den Geschmack von Sprite mag, macht mit dieser Sorte nichts falsch. Es ist ein bisschen weniger pappig, ein bisschen weniger süß, aber das war's auch schon. Für mich, die bei Getränken meist die 'Lemon' Sorten sehr gerne mag, war dieses Zeug eine echte Enttäuschung. So lasch und unspektakulär hätte ich es mir nicht vorgestellt.
"Monster" findet sich inzwischen auch an fast jeder Ecke, also auch in den Supermärkten in der niederbayerischen Bergwelt. Ich war überrascht davon, wie viele verschiedene Sorten da auf einen warten, und das war natürlich auch perfekt für den Test. Leicht am großen 'M' auf jeder Dose zu erkennen, ist "Monster" ein NRJ-Drink, dessen Hersteller von den großen Konzernen unabhängig ist und sich durch Sponsoring von Extremsportlern bekannt gemacht hat.
  • Monster Original (grünes M):
    Süß mit einem vagen Zitronensäuranklang. Diese Sorte ist irgendwo ganz am Rand meiner Erinnerung hängen geblieben und war weder ein positiver noch ein negativer Ausreißer. Warm zu trinken würde ich diese Sorte nicht empfehlen, denn dann dürfte sich die Süße deutlicher durchsetzen als das bisschen Säure, das sie dem Drink spendiert haben. Na ja. Kann man haben, muss man aber nicht.
  • Monster Assault (Tarnfleckdose mit M):
    Die prickelnde, mittelsüße Beerennote hat mir recht gut geschmeckt. Es riecht recht chemisch, aber im Geschmack merkt man das nicht mehr so. Dennoch auch ein Drink aus der Ecke, die man besser eiskalt genießen sollte und ansonsten lieber gar nicht. Als die Dose nämlich eine Weile stand (wer trinkt schon einen halben Liter NRJ-Drink auf einmal weg?) und sich der Inhalt erwärmte, wurde es ziemlich gruselig.
  • Monster Ripper (zitronengelbes M):
    Könnten sich meine Magenwände wegen des Zuckerschocks einklappen, würden sie das bei der Monster-Sorte "Ripper" ganz sicher tun. Das Zeug schmeckt wie Exotic-Fruchtgummi, nur mit noch mehr Zucker angereichert. Wär's nicht kalt, wäre wahrscheinlich längst meine Zunge implodiert!
  • Monster Khaos (oranges M):
    Dieses Zeug ist auf meiner internen Süß-Skala ziemlich weit nach oben gerutscht. Nicht total unangenehm süß, aber doch recht heftig süß. Geschmacklich erinnert es mich an eine Art Rote-Beeren-Saftmischung, die dann noch extra gezuckert wurde. Lauwarm will ich das nicht trinken müssen, ich fürchte, das gibt sonst eher einen Magenkollaps.
  • Monster Rehab:
    Laut Dose soll hier Tee, Energy und Lemon drin sein. Also, das mit dem Tee stimmt schonmal, die Energy wollte sich nicht so recht rausschmecken lassen und der Rest? Es schmeckt wie süßer Eistee ohne nennenswerten Pep, denn Kohlensäure haben sie diesem Energydrink leider nicht spendiert. Gekickt hat mich das Zeug auch nicht nennenswert.
  • Monster Zuckerfrei (blaues M):
    Amüsanterweise erinnert mich dieser Geschmack vor allem an die Originalsorte "Relentless" - nur ohne die herbe Note, und mit etwas mehr Süße. Der nach den ersten Schlucken entstehende Nachgeschmack ist ein bisschen süßstofflastig, aber richtig gut kalt kann man das Zeug durchaus trinken. Wenn ich also Relentless Original nicht bekommen sollte, ist das eine nette Alternative.
Auch "ROCKST★R" hat sich in den letzten Jahren entscheidend auf dem deutschen Markt breit gemacht - aber bei der Anbindung an den Pepsi-Konzern ist das ja auch kein großes Wunder. Ich muss gestehen, mit dem Test der Rockstar-Drinks habe ich mich auf breiter Fläche eher schwer getan, weil ich vor ein paar Jahren mal eine Dose in die Hand bekommen habe, die so grausig süß war, dass ich danach nie wieder was davon angerührt habe. Aber hey, was tut man nicht alles für seine Leser?
Allen Rockstar-Drinks ist eines gemeinsam: Sie funktionieren bei mir nicht wirklich, zumindest habe ich keinen Kick durch das Trinken bemerkt - deswegen gehe ich darauf auch nicht mehr ein.
  • Rockstar Original:
    Wer immer schon mal wissen wollte, wie eine grausame Kreuzung aus Relentless und Red Bull schmeckt, sollte es mal mit der Original-Sorte von Rockstar versuchen. Es schmeckt dermaßen nach aufgelösten Gummibärchen, die man mit Zitrussäure versetzt hat, dass es wirklich nur eiskalt oder schockgefrostet herunter geht. Für mich eine der widerlichsten Erfahrungen der gesamten Testreihe.
  • Rockstar Juiced (Mango/Orange/Passionsfrucht):
    Nunja, wo da die einzelnen Fruchtgeschmäcker sein sollen, weiss ich auch nicht so recht, es schmeckt einfach wie Multivitaminsaft mit ein bisschen Kohlensäure und darin aufgelöst ein paar Gummibärchen. Eine Rockstar-Sorte, die nicht so gruselig pappensüß ist wie die anderen, soviel zu den Vorteilen des Ganzen. Der Nachteil? Es schmeckt wie Multivitaminsaft mit Sprudel.
  • Rockstar Xdurance:
    Laut Aufschrift soll es nach Blaubeeren, Granatapfel und Acai (was immer das ist) schmecken. Für mich schmeckt das eher wie gesüßter Grüntee mit einem Hauch von daran vorbei getragenen Beeren. Warm dürfte das Zeug ungenießbar sein, denn der Teil mit 'gesüßt' ist bei Rockstar meistens ziemlich deutlich ...und wie schmeckt eigentlich Acai?
  • Rockstar Super Sour Green Apple:
    Diese Sorte hat mich mit am meisten enttäuscht, denn bei 'Super Sour' hätte ich jetzt dann doch eine merkliche Herbheit erwartet. Nicht einen Drink, der zwar deutlich nach Apfel riecht, aber im Grunde so schmeckt wie ein eingeschlafener Granny Smith nach einem langen Tag in der Sonne. Von Sauer ist da allenfalls ein Anklang vorhanden, den man auch noch sehr gut suchen muss. Schade!
  • Rockstar Zero Sugar:
    Eigentlich hätte mich die Aufschrift 'Tropical Fruit Flavour' vorwarnen sollen. Aber ich konnt's ja nicht lassen. Es riecht nicht nur wie eine Chemiefabrik bei einer Hawaii-Party, nein, es schmeckt auch so. Wenn das Zeug wirklich zuckerfrei sein soll, frage ich mich, was die da für einen grausigen Süßstoff verwenden.
    So abartig pappsüss geht ja wirklich gar nicht! Das ist die einzige Dose, die ich nicht nach den ersten Probierschlucken leer bekommen habe.
Nach unzähligen Energy-Drinks bin ich inzwischen so weit, dass ich keine weiteren Sorten testen möchte - erstmal jedenfalls nicht. Nachdem unter den sechzehn Sorten gerade mal drei sind, die ich wirklich mit Genuss trinken kann, will ich die anderen erst gar nicht ausprobieren, auch wenn der lokale Dealer (aka Supermarkt) durchaus noch einiges mehr zu bieten hätte.
Welche Sorten mögt ihr denn eigentlich? Ich bin gespannt, ob ihr mit mir einer Meinung seid ;)

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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4 Eure Meinung zu den Nerd-Gedanken:

  1. Bei uns gibts beim Zocken ja nur Kaffee (ich trinke keinen Kaffee, also gibts für mich frische Luft und eine Runde um den Block wenn ich schwächle) aber aus sicherer Energydrink-Süchtelquelle habe ich vernommen, dass die Hausmarke von Netto richtig gut sein soll. :)

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    1. Da ich auch keinen Kaffee trinke und auch die frische Luft damals nicht mehr viel geholfen hat, mussten eben die Energydrinks ran :D
      Hausmarke von Netto? Und führe mich nicht in Versuchung ....

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  2. Witziger Test. Ich bleibe einem "eingeschlafenden Granny Smith" treu. Der neue von Rockstar ist auch ganz nett.

    Ich hoffe ja, du hast nicht alle Drinks an einem Tag und nacheinander getestet. Sonst gilt: Noch einmal schlafen bis Weihnachten! ;)

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    1. Neee, die Drinks habe ich gut verteilt :D so oft krieg ich dieses meist pappsüße Zeug auch nicht herunter. Es ist erschreckend, wieviele grausige Sorten es auf ein, zwei gute gibt ^^

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