Game of Thrones

10 unverzichtbare Minne-Tipps für verzweifelte Ritter

Im Wonnemonat Mai 2015 dreht sich beim Karneval der Rollenspielblogs alles um die Liebe - genauer gesagt das Thema Beziehungskiste, ausgerichtet von der fabulösen Zeitzeugin. Sie hat uns dabei freigestellt, welcher Art die Beziehungen sein sollen, über die wir Rollenspiel-Blogger schreiben, aber ich habe mich angesichts gewisser Ereignisse in meiner Game-of-Thrones-Tischrunde entschieden, es ganz klassisch zu interpretieren: nämlich als anzubahnende Beziehungskiste, bei der ein um eine Dame werbender Ritter sich ordentlich querlegt, um ihre Gunst zu erlangen.

Der bereits schon zuvor thematisierte Ser Kungur ist wirklich ein formidabler Kämpfer, solange er mit seinem Speer auf einem Pferd sitzt, aber sobald es um die Liebeswerbung geht, stellt er sich gelinde gesagt ein bisschen ungeschickt an.
Also gibt's bei den Nerd-Gedanken ein bisschen Nachhilfe, die auch gerne von anderen Rittern aus Fantasywelten, einer viktorianischen Steampunk-Umgebung oder Mittelalter-/Fantasy-LARP genutzt werden darf, um bei dem Unterfangen, ein bisschen mehr Romantik ins Spiel zu bringen, Erfolg zu haben.

01. Kleine Komplimente erhalten die Freundschaft
Jede Dame hört gerne, wenn ihr ein Ritter einige Nettigkeiten sagt, vor allem, wenn sie sich an diesem Tag besondere Mühe mit ihrem Aussehen und den Accessoires zu ihrer Kleidung gegeben hat.
Aber auch das Wissen darum, dass es Eigenschaften an ihr gibt, die dem Ritter gefallen und die er positiv und lobend erwähnt, erhellt der Dame ganz gewiss den Tag. An jeder Frau ist etwas Besonderes - man muss es nur finden wollen.

02. Die einzige Wahre unter vielen
Wenn in einer Menschenmenge eben jene Dame steht, vielleicht im Gespräch mit anderen sogar, und der Ritter auf die Gruppe zukommt, eben dieser einen, für ihn so wichtigen Dame Referenz zu erweisen, hebt sie das unter der Masse ungemein hervor.
Vor allem, wenn dieser Ritter ihr in diesem Moment noch ein Kompliment macht, das besonders gut zu den Tugenden der Dame passt und beweist, dass der Ritter die Eigenschaften der Dame gut kennt und sich dementsprechend wohl wirklich für sie interessiert.

03. Prätentiöse Pretiosen
Wie Komplimente sind auch passende kleine Gaben ein sehr guter Weg, sich der Dame nachhaltig in Erinnerung zu bringen - dafür ist es natürlich unerlässlich, den Geschmack der Angebeteten zu kennen und auch die Art und Weise, wie sie Geschenke zu erhalten wünscht. Eine sehr schüchterne Frau wird sich sicherlich nicht darüber freuen, wenn ihr vor aller Augen des Hofes ein üppiges Schmuckstück verehrt wird, genausowenig wird eine Dame, die edle Parfums bevorzugt, mit einem Buch glücklich - ausser es handelt sich um eines über Parfums ...

04. Galanterie schadet nie
Einer Dame die Tür aufzuhalten, damit sie durchschreiten kann, bei schlechten Wetter dafür zu sorgen, dass sie nicht nassgeregnet wird, oder ihr bei prallem Sonnenschein einen Sonnenschutz zu bringen, dürfte der Lady umso mehr beweisen, wie sehr der Ritter darauf bedacht ist, dass sie sich wohl befindet und ihre Umgebung ihr angenehm ist. Und welcher Ritter möchte schon risikieren, dass die Angebetete wegen schlechtem Wetter krank wird oder sich einen Sonnenstich holt ..

05. Ein Sieg in ihrem Namen
Ist der Ritter im Turnier aktiv und dabei auch erfolgreich, so kann er die Angebetete vor einem Waffengang um ein Zeichen ihrer Gunst bitten - üblicherweise ein an der Lanze oder am Schwert befestigtes Band oder vielleicht ein Tüchlein, das von ihrer Hand bestickt wurde.
So darf sie sich im Gedanken sonnen, zu seinem Erfolg zumindest moralisch beigetragen zu haben und stolz zeigen, welcher herausragende Mann sich um sie bewirbt. Oder aber dem Ritter gelingt es, eine furchtbare Bestie zu erschlagen und widmet der Dame seines Herzens seinen Sieg, um sie daran teilhaftig werden zu lassen - Gelegenheiten dieser Art gibt es für echte Helden schließlich zuhauf.

06. Ehre, wem sie gebührt
Natürlich gibt es im höfischen Umfeld immer wieder böse Zungen, die sich darin versuchen, über die angebetete Dame Schlechtes zu sprechen oder ihr gar auf unschickliche Weise nahe zu treten - wie gut, wenn sie in ihrem Ritter einen standhaften Beschützer finden kann, der auch bereit sein sollte, ihre Ehre gegenüber anderen zu verteidigen.
Und natürlich sollte sie Gleiches auch für ihren Ritter tun, wenn sie diesem zugeneigt ist - das rechte Wort zur passenden Zeit kann dem Ruf eines Ritters enorm weiterhelfen - oder eben sehr schaden.

07. Voll des Lobes ihrer Tugenden
Eine eher indirekte Art, die Gunst einer Dame für sich zu erwirken, ist es, sie vor anderen zu loben. Sie mag es vielleicht nicht direkt erfahren, vielleicht niemals - so ist diese Form der Werbung gewiss die selbstloseste, da man nicht direkte Reaktionen und damit auch Belohnungen erhoffen kann.
Doch der untadelige, gerühmte Ruf einer Lady ist ungleich kostbarer als jeglicher Schmuck oder ähnliches, strahlt er doch auch auf jene herab, die um sie werben und die sich ihrer Gunst sicher sein können. Wer die Dame ob vorhandener Tugenden rühmt, tut zudem ganz gewiss nichts falsches.

08. Musik liegt in der Luft
Zu allen höfischen Tugenden gehört es auch, sich im Tanz mit passenden Sitten zu beweisen - selbst wenn der Ritter von Natur aus nicht wirklich tanzbegabt ist, kann er doch versuchen, das eventuell nicht so große Talent durch Begeisterung auszugleichen. Gerade wenn viele andere Ritter eher durch Unwilligkeit glänzen, kann ein Tänzer, der sich um die Damen bemüht, und ganz besonders um eine, an der sein Herz hängt, sehr viel Furore machen und anerkennende Blicke ernten.
Auch die anderen schönen Künste sind sicherlich geeignet, aus der Masse herauszuragen - ein für die Liebste verfasstes Gedicht (oder von einem Schreiber verfasst und zum passenden Zeitpunkt rezitiert) oder ein romantisches Lied, das man der Dame zu Gehör bringt, rangieren ganz weit oben auf der Hitliste höfischer Freuden.

09. Federleicht, behutsam, immer wieder
Natürlich ist es ungehörig, die Angebetete grob zu betatschen oder ihr gar die Hand auf herausragende Körperstellen zu legen - doch in dezenten, sanften Berührungen kann durchaus ein starker Reiz liegen. Ein zart gehauchter Handkuss, das über-den-Unterarm-streifen-lassen der Fingern, während man sich abwendet, eine galante Geste, um einer Lady über unwegsames Gelände hinwegzuhelfen - all das beweist den Wunsch, ihr nahe zu kommen, ohne ihre Ehre zu beschmutzen. Natürlich ist es auch sehr wichtig, darauf zu achten, was die Dame zulässt - nur sie bestimmt, wie weit eine Berührung gehen darf.

10. Ein Spiel für zwei
Will sich ein Ritter einer Dame als würdig erweisen, kann er sie um eine Aufgabe bitten, die er dann für sie erfüllt - das mag das Erlernen eines Gedichtes sein, welches er ihr dann rezitiert, oder ein Kampf gegen einen Rivalen - oder eben etwas, was der Dame als besonders passend erscheint. Je nachdem, wie sehr die Dame an ihrem Kavalier interessiert ist oder sie ihn herausfordern möchte, kann eine solche Aufgabe leicht oder schwer ausfallen - und natürlich sollte der Lohn für die erfolgreiche Erledigung dieser Aufgabe auch der Herausforderung angemessen sein ...

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All diese Minne-Tipps sind an die Kunstform der hochmittelalterlichen höfischen Minne angelehnt, welche explizit in ihrer romantischen Form ein Spiel zwischen Damen und den Rittern am Hof war, bei dem es weit mehr um die Werbung selbst ging denn um die tatsächliche Vollendung im Sinne von Verheiratung und körperlichem Akt. 
Gerade bei kulturell sehr interessierten Höfen wie dem der Eleonore von Aquitanien (der Mutter des bekannten Richard Löwenherz und Königin von England) wurde die Minne ein stilisiertes Ideal platonischer Liebe zwischen Mann und Frau verstanden.

Auch wenn der Gedanke an eine rein platonische Werbung sicherlich für ein sehr höfisch geprägtes  Rollenspiel amüsant ist, sollen diese Ideen doch vor allem das Ziel, sich eine Dame dauerhaft gewogen zu machen, hilfreich unterstützen. Die Tipps hier gehen von einer sehr klassischen Rollenverteilung aus, bei welcher der Mann als der Werbende und die Frau als die Umworbene fungiert - aber natürlich dürften derlei Spiele zwischen den Geschlechtern auch in anderen Rollenverteilungen funktionieren.
Was ihr im Rollenspiel daraus  macht, ist ganz alleine eure Sache :)

Über Nerd- Gedanken

Nerd-Frau Mitte 30 und Kreative aus Leidenschaft, die permanent unter Ideen-Überdruck leidet. Schreiben, zeichnen und neue Welten entwerfen sind meine Hauptbeschäftigung. Man findet man mich im Netz überall dort, wo interessantes Rollenspiel und faszinierende Menschen locken.

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